Luftqualität in Belgien

Die Luftqualität in Belgien lässt, vor allem in den Ballungszentren, stark zu wünschen übrig. Hintergrund ist wohl der, dass sich die Belgier nicht wirklich Gedanken über die Luftverschmutzung machen, wie es scheint. Es gibt das Sprichwort, dass, wenn die Belgier etwas machen, sie es richtig machen, wenn sie es nicht machen, dann aber auch richtig. Das passt in punkto Umweltschutz wie die Faust aufs Auge: Die Belgier haben es bislang versäumt, sich für die Qualität der Luft einzusetzen und Verbesserungen vorzunehmen. Sicherlich ist die Luft nicht überall gleich schlecht, denn die Belastung ist nicht nur abhängig vom Verkehrsaufkommen und anderen Quellen, die die Luft verpesten können, sondern auch davon, wie die Wetterlage ist. Steht der Wind günstig, werden auch die Schadstoffen weggeblasen.

Die Belastung mit Ozon ist in den Großstädten ohnehin nicht so hoch, weil Ozon mit einem anderen Schadstoff reagiert und so teilweise neutralisert wird. Aber wenige Kilometer entfernt von der Quelle reichert sich das Ozon an und verschlechtert die Luftqualität. Anders sieht es bei den übrigen Schadstoffen, wie Stickoxiden und Feinstaub aus. Diese sind in den Großstädten am höchsten und genau genommen kann von einer mittleren Qualität bei schlechter Wetterlage in Brüssel schon gar nicht mehr gesprochen werden.

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2010 Belgien verklagt, weil das Land die Grenzwerte für Feinstaub nicht eingehalten hat und das zum wiederholten Male. In acht Gebieten hat es Belgien versäumt, die Emissionen einzudämmen. Der Richtlinie nach müssen die Länder den Ausstoß der Feinstaubpartikel begrenzen und dafür geeignete Maßnahmen ergreifen. Nun hat Belgien aber keine Umweltzonen eingerichtet, wie das beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Auch auf Fahrverboten oder temporäre Tempolimits wurde bislang verzichtet. Belgien hatte zwar eine Verlängerung der Frist zur Umsetzung der Vorgaben aus der Europäischen Richtlinie beantragt, die Voraussetzungen dafür sind nach Meinung der Kommission aber nicht erfüllt. Denn es war bislang nichts davon zu spüren, dass sich die Qualität der Luft in Belgien spürbar verbessert hat. Die Folge ist nun die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

Welche Maßnahmen Belgien nun tatsächlich ergreifen wird, um die Vorgaben der Europäischen Union zu erfüllen und ob es mit einfachen Durchfahrverboten für den Güterverkehr getan ist, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber, dass sich die Regierung ziemlich schnell etwas einfallen lassen muss, wenn auch im nächsten Jahr nicht wieder Strafen verhängt werden sollen, weil die Reduzierung der Emissionen wieder versäumt wurde. Auch die Unternehmen und sogar die Privatleute müssen hier mit einbezogen werden.