Luftqualität in Deutschland

Die Belastung der Luft mit Schadstoffen hat in den letzten Jahren seit ungefähr 1990 deutlich abgenommen. Die Emissionen werden kontinuierlich vermindert, dennoch gibt es aber zumindest in Deutschland keinen deutlichen Trend, der das Abnehmen der Luftbelastung mit Stickstoffoxid, Feinstaub und Ozon zeigt. Die Qualität der Luft unterliegt ständigen Schwankungen, was auch jahreszeitlich bedingt der Fall ist. Interessant ist, dass die Ballungsräume in erster Linie mit Feinstaub und Stickstoffoxid belastet sind, weil diese Stoffe und damit die Belastungen dort auftreten, wo sie entstehen. Anders sieht die Sache bei Ozon aus: Die höchsten Belastungen treten auf den Land auf, also abseits der Ballungsräume. Der Grund dafür ist, dass hier chemische Reaktionen im Spiel sind, bei denen Ozon, Stickstoffoxide sowie flüchtige Kohlenwasserstoffe beteiligt sind. Diese Reaktionen treten in einiger Entfernung von den Quellen auf.

Die Luftreinhaltung in Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, eine Luftqualität zu erreichen, die keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen hat und die auch keine diesbezüglichen Gefahren verursachen kann. In Deutschland werden im Wesentlichen drei Strategien angewendet, die die Luftreinhaltung zum Ziele haben. Zum einen wurden Luftqualitätsstandards festgelegt, deren Einhaltung regelmäßig überprüft wird. Dafür werden verschiedene Instrumente eingesetzt, wie die Luftreinhaltepläne oder die Immissionsschutzrechtliche Genehmigung von Anlagen. Zum anderen gibt es teilweise Produktverboten, teilweise aber auch wenigstens Anforderungen, die die Emissionen verschiedener Quellen begrenzen. Zuletzt sei noch die Strategie der Festlegung von Emissionshöchstmengen genannt.

Die Luftreinhaltungspolitik erfolgt in Deutschland länderübergreifend, denn die Belastung der Luft mit Schadstoffen resultiert auch aus den weiträumigen Transporten mit der Luft. In Deutschland wird zum Beispiel auch versucht, den Feinstaub mit Hilfe der so genannten Umweltzonen zu reduzieren. Das heißt, die Großstädte werden in solche Umweltzonen eingeteilt und es werden entsprechende Plaketten an die Autos vergeben, die die Kriterien für die jeweilige Zone einhalten. Das Zentrum der Stadt ist dann zum Beispiel nur mit einer grünen Plakette zu befahren. Wer nur eine gelbe oder gar eine rote Plakette besitzt, muss das Auto stehen lassen und darf die grüne Zone nicht befahren.

Auch in Deutschland wird die Europäische Richtlinie "Saubere Luft für Europa" durch nationales Recht umgesetzt. Dabei arbeiten die Länder der Europäischen Union zusammen und versuchen so, eine sauberere Luft zu schaffen. Festgelegt werden als weitere Maßnahme Höchstmengen für die Emissionen der wichtigsten Schadstoffe. So gibt es nun die emissionsseitigen Mindestanforderungen, die eine gute Qualität der Luft bedingen. Es wird noch an weiteren Strategien gearbeitet, die Umsetzung der Vorgaben ist allerdings recht aufwändig und dauert daher immer einige Zeit.