Luftqualität in Frankreich

Die Luftqualität in Frankreich ist je nach Region sehr unterschiedlich. So wurde sie im Jahr 2009 in Rennes an insgesamt 314 Tagen für sehr gut oder zumindest für gut befunden. In den Städten Cannes und Grasse et Antibes hingegen waren es nur 172 Tage. Überhaupt zählt die Bretagne zu den Regionen in Frankreich, die die beste Luftqualität aufzuweisen haben.

Natürlich sind es in erster Linie die Großstädte, die mit einer schlechten Luftqualität zu kämpfen haben. Besonders hervorzuheben ist hier Paris, die Hauptstadt des Landes. Die Belastungen mit Stickstoffoxid und Ozon sind hier teilweise sehr hoch. Doch auch der ländliche Raum bleibt nicht immer von einer hohen Belastung verschont, denn es ist eine Eigenart des Ozons, sich dort stark zu konzentrieren, wo die Quelle für diesen Schadstoff eben nicht ist. Für Feinstaub ist das anders, er ist dort am stärksten vertreten, wo er auch entsteht - in den Städten und in verkehrsreichen Gebieten.

Auch in Frankreich wird natürlich einiges dafür getan, die Qualität der Luft zu verbessern. So wurde auch hier die Europäische Richtlinie "Saubere Luft für Europa" im letzten Jahr umgesetzt. Bis 2010 mussten die Mitgliedsländer nämlich die Richtlinie in nationales Recht umwandeln und so dafür sorgen, dass die Luft verbessert wird. Nun heißt Umsetzen allerdings nicht zwangsläufig auch einhalten. So wurde Frankreich in diesem Jahr, also 2011, verklagt, weil es eben diese Richtlinie nicht eingehalten hatte. Sie gibt vor, dass die Grenzwerte beispielsweise für Feinstaub nicht mehr als 35 Mal pro Jahr überschritten werden dürfen. Nun gelang es 16 Gebieten Frankreichs nicht, sich daran zu halten und die Feinstaubbelastung war hier höher, als sie hätte sein dürfen. Aus diesem Grund beschloss die Europäische Kommission, Frankreich vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen.

Ein Problem - allerdings nicht nur für Frankreich, sondern auch für weitere 21 Länder der Europäischen Union - sind zum einen die Jahresgrenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Aber auch die Tagesgrenzwerte, die eben eigentlich nicht häufiger als 35 Mal im Jahr übertreten werden sollten, spielen eine Rolle. Es gibt inzwischen sogar Forderungen, diese Grenzwerte abzuschaffen. Ihre Einhaltung würde unverhältnismäßig hohe Kosten und Belastungen für die Bürger bedeuten.

Werden die Grenzen für die Ozonbelastung in den Großstädten überschritten, so existieren in Frankreich Gesetze für ein Verhängen von Tempolimits. Selbst Fahrverboten sind hier möglich, damit die Ozonkonzentration sinkt.  Frankreich verfolgt teilweise sehr einfache Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität. So sollen einige Städte fahrradfreundlicher werden, damit die Menschen weniger mit dem Auto unterwegs sind und so auch weniger zur Schadstoffbelastung beitragen.

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