Luftqualität in Griechenland
Griechenland ist klimatisch benachteiligt, wenn es um saubere Luft geht. Die anhaltende Hochdruckwetterlage im Sommer bewirkt, dass die vorgegebenen Grenzwerte von Stickstoffoxiden, Feinstaub und Ozon an vielen Tagen überschritten werden - an deutlich mehr Tagen, als seitens der Europäischen Union erlaubt ist. Gerade die Hauptstadt Athen hat mit der Luftverschmutzung zu kämpfen. Der Ausbau des U-Bahnnetzes hat zwar geholfen, die Luft zu verbessern, von einer sauberen Luft kann aber dennoch keine Rede sein. Der Fortschritt in Bezug auf die Luftqualität ist hier in Griechenland auch weniger deutlich zu spüren, als in vielen anderen Ländern der EU. Gerade in Zeiten, in denen an allen Enden gespart werden muss, bleibt für Maßnahmen, die das Klima verbessern sollen, meist nicht viel übrig, in Griechenland ist das nicht anders.
Griechenland ist eines der Länder, die durch die Europäische Kommission angemahnt wurden, weil sie die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß nicht eingehalten haben. Die Frist für die Umsetzung der EU-Richtlinie "Saubere Luft für Europa" wurde zwar verlängert, eine Mahnschreiben ging aber dennoch an Griechenland sowie einige weitere Länder heraus. Genau genommen endete die Frist im Juni 2006, für Feinstaub wurde sie um ein Jahr verlängert. Nun muss aber auch gesagt werden, dass die Grenzwerte für Feinstaub eigentlich bereits seit 2005 eingehalten werden müssen. Die erforderlichen Maßnahmen der Staaten galten als nicht ausreichend und die Europäische Kommission wirft Griechenland vor, seiner Pflicht zur Ergreifung von geeigneten Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität nicht nachgekommen zu sein.
Nun gibt es aber Anstrengungen, die Luftqualität zu verbessern. So werden zum Beispiel in Athen im Sommer LKW eingesetzt, die mit Hilfe von Erdgas fahren. Die Müllabfuhr setzt den Mercedes Benz Econic NGT ein. Wird Erdgas verbrannt, so entsteht ein deutlich geringerer Ausstoß von Stickoxiden und von Rußpartikeln, als wenn herkömmlicher Diesel eingesetzt wird. Sicher, diese Maßnahmen hilft nicht in allen Landesteilen und kann nicht als das Non-plus-Ultra gesehen werden, aber es ist ein Anfang.
In jüngster Zeit ist die Diskussion aufgekommen, Athen fahrradfreundlicher zu gestalten. So sollen neue Radwege geschaffen und auch die gesamte Infrastruktur um die Stadt herum ausgebaut werden. Hintergrund ist der Gedanke, dass die Menschen, die ordentliche Radwege vorfinden, eher mit dem Rad fahren und auf das Auto verzichten, als die, die sich nur auf der Straße fortbewegen können - bei der Fahrweise der Griechen kein ganz ungefährliches Unterfangen. Außerdem wird immer noch in den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel investiert, damit hier eine bessere Anbindung erreicht werden kann.