Luftqualität in Italien
Italien ist eine Autonation und daher ist es nicht verwunderlich, dass hier das Problem des Feinstaubs eine große Rolle spielt. In den letzten Jahren wurden die Vorgaben der Europäischen Union immer wieder überschritten, was in erster Linie für die Großstädte gilt. Rom ist hier natürlich als erstes zu nennen. Dennoch sind es auch die kleinen Dörfer, die das gesamte Klima belasten. Der Grund dafür sind die privaten Haushalte, in denen immer noch mit einem Holzofen geheizt wird. Die Höhe der Feinstaubwerte wird durch das falsche Heizen direkt beeinflusst. Doch nicht nur Italien selbst ist schuld an den erhöhten Werten, auch die umliegenden Länder.
So wurde beispielsweise Frankreich durch die Europäische Kommission verklagt, weil es die Vorgaben zur Luftreinhaltung nicht eingehalten hatte. Diese schlechte Luft bleibt nun aber nicht gänzlich allein über Frankreich, sondern wird auch in andere Länder transportiert. Hinzu kommt die Wetterlage, die, wenn es sehr warm und trocken ist, die Ozonbelastung begünstigt. Generell kann man also sagen, dass in Italien zwar der Mensch die Hauptschuld an der wenig sauberen Luft trägt, diese aber durch meteorologische Bedingungen noch weiter verschlechtert werden kann.
Welche Maßnahmen sieht Italien vor, um die Richtlinie der Europäischen Union einzuhalten? Diese gibt nämlich an, dass die festgelegten Grenzwerte nur maximal 35 Mal pro Jahr überschritten werden dürfen - das ist zum Beispiel in Rom nicht einzuhalten. Dazu kommt, dass es sowohl einen jährlichen, als auch einen täglichen Grenzwert gibt und diese beiden in Kombination bewirken, dass Italien in punkto Luftreinhaltung immer wieder schlecht da steht. In den Großstädten wurden daher die auch in Deutschland bekannten Umweltzonen eingeführt. Das bedeutet, dass die Städte nur noch von den Autos befahren werden dürfen, die die entsprechende Plakette vorweisen können. Hierbei ist die Innenstadt meist nur mit einer grünen Plakette zu befahren, Fahrzeuge, die zu viele Schadstoffe ausstoßen, müssen dann außerhalb der Zone stehen gelassen werden.
Eine andere Möglichkeit, den Schadstoffen in der Luft zu begegnen, sind die Fahrverbote. Diese werden in Italien je nach Stadt oder Gemeinde generell ausgesprochen, nur für den Sonntag oder wechselnd. Bei der wechselnden Art und Weise werden die Kennzeichen für die Einteilung zu Hilfe genommen: In der einen Woche müssen die Autos mit geradem Kennzeichen stehen bleiben, in der anderen die mit den ungeraden Nummern. In den Dörfern setzt die Politik auf die Aufklärung der Menschen, gerade in Bezug auf das Heizverhalten und die Art des Heizens. Dies soll nach und nach ein Umdenken und letzten Endes auch einen Umbau bewirken.