Luftqualität in Österreich
Auf die letzten Jahrzehnte gesehen hat sich die Luftqualität in Österreich zwar verbessert, jedoch fällt die Verbesserung pro Jahr zunehmend schlechter aus. So wurde auch im Jahr 2010 die Feinstaubbilanz negativ gezogen. Dabei waren es nicht nur einige Bundesländer, die die Grenzwerte überschritten, sondern alle und es wird von einer massiven Verschlechterung gesprochen. Zuletzt war die Situation im Jahr 2006 so schlecht. 71 Messstellen waren es, die den strengen österreichischen Grenzwert 2010 überschritten - was maximal 25 Mal im Jahr vorkommen dürfte, aber so nicht eingehalten werden konnte. Laut EU-Vorgaben dürften die Werte höchstens 35 Mal im Jahr überschritten werden. Auch daran konnten sich 36 Messstellen nicht halten.
Wien gilt dabei als die Hochburg für die schlechte Luft, an 87 Tagen wurde hier der Grenzwert von 50 Mikrogramm überschritten. Auch in Graz war die Belastung sehr hoch, des Weiteren in Linz, Leibnitz und Wiener Neudorf. Erklärt wird diese Tatsache damit, dass die Wetterbedingungen 2008 und 2009 günstig waren und unter ungünstigen Bedingungen die Grenzwerte nun eben schlechter eingehalten werden konnten . Österreich sieht sich daher der Möglichkeit gegenüber gestellt, Sanktionen von der Europäischen Union zu erhalten. Strafzahlungen könnten die Folge sein.
Bisher wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, wie etwa das Verhängen von Tempolimits oder regionale Fahrverbote. Auch die Straßen wurden verstärkt abgewaschen und es gab niedrigere Tempobeschränkungen. Diese Maßnahmen sind nun aber scheinbar nicht ausreichend und es müssen weitere Ziele eingeleitet werden.
Wie in vielen anderen Staaten der Europäischen Union denkt man in Österreich darüber nach, Umweltzonen einzurichten. Auch die City-Maut wäre eine Möglichkeit. Dann gibt es keine Zufahrtsbeschränkungen für bestimmte Fahrzeuge, sondern die Fahrzeugführer müssen Maut zahlen und umfahren deshalb schon viele Städte.
Diskutiert werden in Österreich nun strengere Zufahrtsbeschränkungen, aber auch die Fläche, auf der sich eine Umweltzone erstrecken soll. Diese soll groß genug gefasst werden, schon um Erfolge trotz der vielen Ausnahmen zu erzielen, die immer wieder gemacht werden müssen. Wichtig ist auch, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Wenn mehr Menschen die Möglichkeit haben, mit der Bahn oder mit Bussen zu fahren, so verzichten sie logischerweise häufiger auf das Auto. Das gilt zumindest in den Ballungsgebieten. Die Wirkung der Umweltzonen und der City-Maut könnte so unterstützt werden. Wichtig ist auch, dass die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer gestärkt wird. Wenn die Städte attraktiver für Radfahrer - und vor allem für diese auch sicherer - sind, so steigen mehr Menschen auf das Rad um und lassen das Auto öfter stehen.